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11. Juli 2011

Double-Feature: My Name is Bruce / Liberty Stands Still

My Name is Bruce
Genre: Horror-Komödie Originaltitel: My Name is Bruce Produktion: USA 2007 Regisseur: Bruce Campbell Darsteller: Bruce Campbell, Grace Thorsen, Taylor Sharpe, Ted Raimi, Ben L. McCain, Ellen Sandweiss FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight

Ein großer Fan des B-Movie-Darstellers Bruce Campbell beschwört aus Versehen den chinesischen Kriegsgott und Beschützer des Tofu (!) namens Guandi. Nachdem dies vielen Menschen den Kopf kostet, entführt Jeff kurzerhand seinen Filmhelden, um gegen Guandi bestehen zu können. Der Schauspieler vermutet hinter der Aktion zunächst einen neuen Film, was auch perfekt in seine momentane Sinn- und Schaffenskrise passt. Erst spät merkt der toughe Bruce, dass Guandi echter ist als die Monster, mit denen er es sonst zu tun bekommt…
„My Name is Bruce“ strotzt geradezu vor selbstironischen Anspielungen auf Bruce Campbells bisheriges Werk. Fans weisen ihn auf Fehler in seinen älteren Werken hin, eine Band schmettert einen Country-Song über den Bösewicht und der Protagonist selbst bedient natürlich alle Klischees, indem er sich etwa sofort an die hübscheste Frau des Dorfes ranmacht. Auch für mich, der mit Horror-B-Movies nicht viel anfangen kann, war dies durchaus kurzweilig und entlockte einige Lacher.
„Guan-you, Guan-me, Guan-di. Guandi is his name.“
(Teil des Titelsongs der McCain Brothers)
Insgesamt taugt der trotz FSK-16-Freigabe erstaunlich blutige Streifen aber vor allem für Fans. Diese dürfen die Wertung gerne auf ein knappes „Gut“ anheben. Alle anderen werden von der stets vorhersehbaren und alles andere als erschreckenden Horrorkomödie zwar nicht gelangweilt. Dennoch verliert der Film ohne adäquates Hintergrundwissen viel von seinem Flair. Kurzum: Für Fans ein Muss, alle anderen können darauf verzichten.

Bild: gut Ton: gut Synchronisation: gut Musik: gut Schauspielerische Leistung: befriedigend Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: befriedigend

Filmwertung für „My Name is Bruce“: BEFRIEDIGEND – Note 3,2



Liberty Stands Still - Im Visier des Mörders
Genre: Thriller / Drama Originaltitel: Liberty Stands Still Produktion: D / Kanada 2002 Regisseur: Kari Skogland Darsteller: Linda Fiorentino, Wesley Snipes, Oliver Platt, Martin Cummins, Jonathan Scarfe, Ian Tracey, Brian Markinson FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Liberty Wallace (Linda Fiorentino) gerät ins Visier des Scharfschützen Joe (Wesley Snipes). Dieser zwingt sie per Handyanruf, sich an einen Hotdogstand inmitten eines kleinen Parks anzuketten. Sollte sie sich weigern, will er mithilfe der im Imbisswagen befindlichen Bombe neben ihr viele weitere Zivilisten töten. Liberty (daher auch der gelungene Filmtitel), ihres Zeichens Vize-Chefin eines Waffenunternehmens, erfährt, dass Joes Tochter durch ein Gewehr ihrer Firma starb und der verzweifelte Vater durch diese Aktion neben der Berichterstattung durch die Medien vor allem strengere Richtlinien für den Waffenverkauf erzwingen möchte.

Der Vergleich mit dem im selben Jahr produzierten Blockbuster „Nicht auflegen!“ scheint anfangs durchaus berechtigt. Doch der Zuschauer merkt schnell, dass hier andere Ansätze im Vordergrund stehen. Beispielsweise hat der Scharfschütze von Anfang an ein Gesicht, was zusammen mit dem tragischen Hintergrund zu Sympathien für den vermeintlichen Killer führt. Vor allem die Schauspieler (ja, auch Wesley Snipes!) wissen dabei zu überzeugen, was dem nicht immer ganz logischen Psychoduell eine gehörige Portion Spannung beimischt. Neben dem Techno-Gedudel aus den End-90ern kann man vor allem über Joes Ansatz streiten: Dieser will mit Hilfe von Waffen den Verkauf ebendieser einschränken. Wer diese Kritikpunkte verzeihen kann, darf sich auf einen insgesamt gelungenen Thriller mit einigen dramatischen Elementen freuen, der zwar das Genre nicht neu erfindet, aber stets kurzweilig ist.

Bild: befriedigend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: gut

Filmwertung für „Liberty Stands Still“: BEFRIEDIGEND – Note 2,6



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 07/11, das noch bis Ende des Monats am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

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