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25. Februar 2011

TV-Tipps: Seltsame Hooligans reisen per Zeitmaschine zur Oscarverleihung nach Las Vegas



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur euren Senf zu den gewählten Filmen. Auffällig in dieser Woche ist besonders die große Anzahl an nächtlichen Empfehlungen. Also ist Schlafmangel oder Aufnehmen angesagt!

Samstag, 26.02.2011:

PRO 7, 22.05 Uhr: Hooligans (mit Elijah Wood und Claire Forlani)
Der Amerikaner Matt (Elijah Wood) ist im fernen London zu Besuch bei seiner Schwester (Claire Forlani). Dort lernt er die Green Street Elite kennen, eine Gruppe gewaltbereiter Hooligans, die sich nebenbei auch für die Spiele ihre Clubs West Ham United interessieren. Aus meiner Sicht ist „Hooligans“ der beste Film über dieses gerne totgeschwiegene Milieu und nebenbei einer der wenigen guten Filme einer weiblichen Regisseurin (Lexi Alexander).

Sonntag, 27.02.2011:

PRO 7, 20.15 Uhr: Der seltsame Fall des Benjamin Button (mit Brad Pitt und Cate Blanchett)
Regisseur David Fincher und Brad Pitt in ihrem dritten gemeinsamen Film nach meinem All-Time-Favorite „Fight Club“ und dem hervorragenden „Sieben“. Das Märchen um ein Neugeborenes, das wie ein Greis aussieht und im Verlaufe des Lebens immer jünger wird, ist allein durch die Geschichte schon außergewöhnlich, kann aber auch sonst überzeugen. Von den 13 Oscar-Nominierungen gewann Benjamin Buttons Geschichte lediglich in den unwichtigen Kategorien Make-Up, Special Effects und Szenenbild. Zwar enthalten die zweieinhalb Stunden auch manche Länge, jedoch sollte man diesen Streifen gesehen haben. Vielleicht aber besser als Aufzeichnung, da PRO 7 knapp 50 Minuten Werbung zeigt.

Montag, 28.02.2011:

PRO 7, 02.00 Uhr*: Oscar 2011 - Die Academy Awards (live aus L.A.)
Der nach wie vor wichtigste Filmpreis des Jahres wird erneut viele Diskussionen auslösen und einige fragwürdige Auszeichnungen beinhalten. Dennoch gehört die überdimensionierte Show für Filmfans fast schon zum Pflichtprogramm.

Dienstag, 01.03.2011:

ARTE, 01.55 Uhr*: Die fetten Jahre sind vorbei (mit Daniel Brühl)
Allen Unkenrufen zum Trotz gibt es immer mal wieder gute deutsche Filme. Dieses Drama um eine kleine Gruppe jugendlicher Rebellen gehört sicherlich dazu. Die drei Erzieher der Oberschicht - der internationale Titel lautet „The Edukators“ - brechen zunächst in die Villen der Reichen ein, richten darin großen Schaden an und verkünden die Botschaft „Die fetten Jahre sind vorbei!“. Doch als sie auf frischer Tat ertappt werden, entschließen sie sich dazu, den wohlhabenden Hausbesitzer zu entführen. Neben der ungewöhnlichen Story überzeugen hier vor allem Daniel Brühl, Stipe Erceg und Julia Jentsch als Kidnapper und Burghart Klaußner als „Bonze“.

Mittwoch, 02.03.2011:

RBB, 22.45 Uhr: Cleaner - Sein Geschäft ist der Tod (Mit Samuel L. Jackson und Eva Mendes)
Tom (Samuel L. Jackson) ist Besitzer einer Reinigungsfirma, die sich auf Tatorte spezialisiert hat. Doch eines Tages entfernt er versehentlich die Spuren eines Mordes, von dem die Polizei nichts weiß. Der solide Thriller punktet mit guten Darstellern und sanfter Spannung, erfindet das Genre aber nicht neu. Hier geht es zur ausführlichen Kritik.

Donnerstag, 03.03.2011:

ARD, 0.35 Uhr*: Fear and Loathing in Las Vegas (mit Johnny Depp und Benicio del Toro)
Läuft unter dem deutschen Titel „Angst und Schrecken in Las Vegas“. Ein völlig durchgeknallter Drogentrip eines Journalisten (Johnny Depp) mit seinem Anwalt (Benicio del Toro) quer durch die USA. Wer diesen Kultfilm verpasst hat oder sich grundsätzlich für die Jagd nach imaginären Fledermäusen oder Tobey Maguires außergewöhnlichste Frisuren (siehe Bild) interessiert, sollte sich diesen Spaß nicht entgehen lassen. Mein Highlight der Woche!

Freitag, 04.03.2011:

RTL II, 20.15 Uhr: Zurück in die Zukunft (mit Michael J. Fox)
Diese Science-Fiction-Komödie ist sicherlich kein Geheimtipp mehr. Marty McFly (Michael J. Fox) muss per Zeitmaschine in die Vergangenheit reisen, um seine „zukünftigen Eltern“ zusammen zu bringen und so seine Zeugung zu sichern. Michael J. Fox ist hier in seinem besten Film zu sehen. Wer nicht genug vom Film kriegen kann, stürzt sich ins seit kurzem erhältliche Videospiel.

Top-Sender der Woche: PRO 7 (3 Empfehlungen)

Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp von Dienstag läuft also in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

23. Februar 2011

DVD-Kritik: The Mechanik

Genre: Action Originaltitel: The Mechanik Produktion: D / USA 2005 Regisseur: Dolph Lundgren Darsteller: Dolph Lundgren, Velizar Binev, Assen Blatechki, Ben Cross, Maria Ilieva, Olivia Lee FSK: ab 16 / ab 18 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Der frühere Speznaz Nick (Dolph Lundgren) verliert bei einer Straßenschießerei seine Familie. Er übt Rache an Bösewicht Popov, kann diesen aber nicht töten. Jahre später arbeitet der ehemalige Geheimagent als Mechaniker in den USA. Als eine Frau ihn beauftragt, ihre entführte Tochter zu retten, lehnt er zunächst ab. Bis er erfährt, dass diese von Popov gekidnappt wurde und nun als Prostituierte zu dessen Diensten stehen muss…

Dass Action-Ikone Dolph Lundgren durchaus brauchbare Filme in der Doppelrolle als Regisseur und Hauptdarsteller abliefert, bewies er zuletzt im Jahre 2010 mit "Icarus". Der fünf Jahre zuvor entstandene "The Mechanik" fällt dagegen etwas ab, da man deutlich merkt, wie Lundgren mit Effekten wie Filtern und Zeitlupen experimentiert. Gefallen können dagegen die wunderschönen Naturpanoramen und urbanen Impressionen Osteuropas. Auch einige Spezialeffekte sind genretypisch übertrieben, aber technisch gut dargestellt.

Dolph Lundgren hat zweifelsohne mehr Muskeln als schauspielerisches Talent, daher beschränkt sich seine Mimik auf das Nötigste. Und auch die Riege unbekannter Nebendarsteller spielt meist glaubwürdig, aber nie herausragend. So erhält der volljährige Käufer mit der in Deutschland indizierten Originalfassung letztlich einen ordentlichen Actioner, der mehr richtig als falsch macht und durchaus zu unterhalten vermag.

Wer jedoch zur Hülle mit dem blauen USK-16-Logo greift, erhält einen um insgesamt knapp sechs Minuten (!) geschnittenen Film, dem man die entfernten Szenen an vielen Stellen auch deutlich anmerkt. Schade ist, dass so ein Großteil der Atmosphäre verloren geht. Vor allem zeigt der Schnittbericht deutlich, dass einige vergleichbare Szenen in 16er-Fassungen anderer Filme durchaus zu sehen sind. Auch die FSK-18-DVD ist einiger Szenen beraubt, weshalb ich hierfür ebenfalls keine Empfehlung aussprechen kann. Wer im Lande der Zensur zu Hause ist, wird also mit keiner erhältlichen Fassung glücklich werden. Action-Fans aus dem (deutschsprachigen) Ausland erhalten dagegen einen filmisch wie technisch absolut befriedigenden Genrevertreter.

Bild: befriedigend
Ton: gut
Synchronisation: gut
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: befriedigend
Drehbuch/Regie: befriedigend
Kamera: gut
Extras: - (siehe „Anmerkung“ weiter unten)

Filmwertung: AUSREICHEND – Note 3,5 (FSK 18) / Note 4,0 (FSK 16)



Anmerkung: Die FSK-16-Version des Films liegt dem SFT-Magazin 03/11 bei, das ab dem heutigen Mittwoch (23. Februar) bis Ende März 2011 für 4,50 € am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling das PC-Spiel „Gabelstapler Simulator 2009“ (ja, solche Spiele gibt es wirklich!) enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift und die weiteren Inhalte erfahren möchte, klickt hier oder hier.

18. Februar 2011

TV-Tipps: Von Psychospielen, schlechter Erziehung und vergangenen Eroberungen



Vielen Dank für die Kommentare zur neuen Rubrik der TV-Tipps. Zu meiner Überraschung schnellten die Besucherzahlen sofort in die Höhe, das Format scheint also gut anzukommen - und das trotz des umstrittenen Pearl Harbor… Den Verbesserungsvorschlag, etwas ausführlicher auf die einzelnen Empfehlungen einzugehen, habe ich bereits umgesetzt. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Und eines noch vorweg: Uns erwartet eine interessante Woche mit vielen guten Filmen!

Samstag, 19.02.2011:

KABEL 1, 22.40 Uhr: Zwielicht (mit Richard Gere und Edward Norton)
Psychothriller um einen Staranwalt, der den vermeintlichen Mörder des Erzbischofs von Chicago vertritt. Der 1996 entstandene Film war der erste Kinoauftritt meines Lieblingsdarstellers Edward Norton, der sich unter 2000 Schauspielern die Rolle als psychisch angeschlagener Internatsschüler ergattern konnte und Richard Gere hier förmlich an die Wand spielt. Dank der beeindruckenden Psychospiele der beiden Protagonisten verzeiht man auch manches Klischee. Mein Highlight der Woche!

Sonntag, 20.02.2011:

ZDF, 22.15 Uhr: Stieg Larsson: Vergebung (1/2)
Das ZDF teilt auch den Director‘s Cut des Abschlusses der Millenium-Trilogie auf zwei Sonntage auf. Der spannende Krimi um einen Journalisten (Michael Nyqvist) und eine talentierte, aber psychisch angeschlagene Hackerin (Noomi Rapace) verleitete auch Hollywood dazu, bei David Fincher ein Remake des ersten Teils in Auftrag zu geben. Großartige Schauspieler und filmische Klasse werden auch der Vorlage gerecht, mit der Stieg Larsson († 2004) posthum zum Bestsellerautoren wurde.

Montag, 21.02.2011:

3SAT, 23.55 Uhr: In Treatment - Der Therapeut (Staffel 2, Folge 1/35)
Es ist eine Schande, dass 3SAT diese hervorragende Serie um den Psychotherapeuten Paul Weston (Gabriel Byrne) erst zu solch später Stunde zeigt. Wer noch wach ist oder eine Aufnahmemöglichkeit hat, darf sich die tiefgehenden Episoden nicht entgehen lassen. Eine Folge entspricht einer Patientensitzung. Wenige Schnitte und intensive Gespräche lassen eine Stimmung entstehen, die unter TV-Serien ihresgleichen sucht. Hier geht es zur Rezension der ersten Staffel.

Dienstag, 22.02.2011:

BR, 23.25 Uhr: Tödliche Entscheidung (mit Philip Seymour Hoffman und Ethan Hawke)
Originaltitel: Before the Devil knows you're dead. Der letzte Film des großartigen Regisseurs Sidney Lumet handelt von der Geschichte der Brüder Hank (Ethan Hawke) und Andy (Philip Seymour Hoffman), die den Juwelierladen ihrer Eltern überfallen wollen, um die Versicherungssumme abzugreifen. Meine DVD des Thrillers ist noch ungesehen, aber ich bin mir sicher, dass sich das Einschalten lohnt.

Mittwoch, 23.02.2011:

SAT.1, 20.15 Uhr: Inter Mailand - Bayern München
Das Achtelfinalhinspiel der Champions League bietet nicht nur große Namen und eine mögliche Revanche für das Finale der letzten Saison, sondern ist auch für den deutschen Fußball bedeutend. Sollte Bayern die Runde überstehen, haben wir gute Chancen, einen vierten CL-Startplatz für die nächste Saison zu ergattern. Zwar bringt das meinem Verein - dem 1. FC Köln - vorerst wenig, aber die Bundesliga würde im europäischen Vergleich noch mal aufgewertet und damit noch attraktiver für mögliche Neuverpflichtungen - auch für den FC.

Donnerstag, 24.02.2011:

3SAT, 22.25 Uhr: La Mala Educación - Schlechte Erziehung
Eindringliches spanisches Drama von Pedro Almodóvar mit dem großartigen Gael García Bernal. Die Jugendfreunde Enrique und Ignacio reden Jahre später über ihre gemeinsame Zeit in einem Klosterinternat, ihre Zuneigeung zueinander und über den pädophilien Schulleiter, der Ignacio missbrauchte und Enrique aus Eifersucht der Schule verwies. Filmisch und erzählerisch ist das eine durchaus nahrhafte, aber mindestens genauso schwere Kost.

Freitag, 25.02.2011:

3SAT, 22.25 Uhr: Broken Flowers (mit Bill Murray, Julie Delphy, Sharon Stone)
Don (Bill Murray) erfährt durch einen anonymen Brief, dass er einen Sohn hat. Also besucht er nach und nach alle Frauen, die als Mutter in Frage kommen könnten. Eine ungewöhnliche Mischung aus Drama und Road Movie von Regisseur Jim Jarmush. Wer den Einstieg in die Welt des Independent-Filmers wagen möchte, ist mit Broken Flowers bestens beraten. Mehr dazu in unserem Podcast.


Top-Sender der Woche: 3SAT (3 Empfehlungen)

Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

15. Februar 2011

DVD-Kritik: Zombieland

Genre: Action-Komödie Originaltitel: Zombieland Produktion: USA 2009 Regisseur: Ruben Fleischer Darsteller: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, Amber Heard, Bill Murray FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Sony

Meine Damen und Herren, ganz neu in der Kategorie „Filmgenres, die ich eigentlich nicht ausstehen kann“: Zombieland! Ich finde grundsätzlich alle Streifen mit Monstern oder Untoten absolut lächerlich und vor allem unnötig. Allerdings war ich mir schon beim Sehen des Trailers sicher, dass Ruben Fleischers Film hier eine Ausnahme machen wird.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der ängstliche Columbus (Jesse Eisenberg) und der draufgängerische Tallahassee (Woody Harrelson) reisen zusammen durch den titelgebenden Staat Zombieland, der zuvor noch als U.S.A. bekannt war. Auf ihrer Reise treffen sie auf Scharen von Untoten, aber auch auf die beiden jungen Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin). Letztere nutzen das Vertrauen der Männer immer wieder gnadenlos aus, ehe sie plötzlich auf deren Hilfe angewiesen sind…
"Ich habe die Menschen schon wie Zombies gemieden noch bevor sie Zombies waren. Doch jetzt, wo alle Menschen Zombies sind, vermisse ich die Menschen irgendwie" (Columbus)
Dass es bei der Reise durch ein infiziertes Land immer wieder zu deftigen Auseinandersetzungen kommt, steht außer Frage. Dennoch empfinde ich die FSK-Freigabe ab 16 Jahren für diese Schlachtplatte aus spritzendem Blut, Eiter und Gedärm als unglaublich. Zwar sind all diese Ekeleffekte völlig überdreht, dennoch bin ich der Meinung, dass eine Einstufung „ohne Jugendfreigabe“ angebracht gewesen wäre. Doch dafür können die Filmemacher nichts. Diese schufen einen herrlichen Zombie-Klamauk, der aber durchaus auch mit einigen Schockeffekten aufwartet - wenngleich sich diese größtenteils auf die üblichen akustischen „jump scares“ beschränken.

Doch was wäre der ganze Überlebenskampf ohne Spaß? Daher schnetzeln sich die letzten Menschen sehr abwechslungsreich durch die anstürmenden Horden. Auf die Spitze getrieben wird dies unter anderem, als die vier Protagonisten einen Souvenirshop auseinandernehmen; diese Szene wird in Zeitlupe und mit klassischer Musik präsentiert, ist aber nicht der einzige Moment, in dem optischer Hochgenuss serviert wird. Auch sonst unterstützen einfallsreiche Kameraeinstellungen dieses etwas andere Road-Movie.

Das Beste an Zombieland sind aber die zahlreichen Regeln, welche Columbus zur eigenen Sicherheit aufgestellt hat und die immer wieder in passenden Momenten eingeblendet werden. Diese rufen im Falle einer Flucht zur Fitness auf (Regel 1), empfehlen doppelte Schüsse auf vielleicht doch noch nicht ganz besiegte Zombies (Regel 2), warnen vor den Gefahren, die auf dem Rücksitz lauern könnten (Regel 31) oder bezeichnen die Küchenrolle als vielseitigen Helfer gegen diverse Exkremente (Regel 12, nur als englischsprachiger Teaser-Trailer zu sehen).
Tallahassee: "Bill Murray!"
Little Rock : "Wer ist Bill Murray?"
Tallahassee: "Ich hab noch nie ein Kind geschlagen. Das ist so als würdest du
fragen, wer Ghandi ist."
Little Rock : "Wer ist Ghandi?"
Wenig überraschend ist auch das Lob für die Darsteller: Woody Harrelson darf endlich wieder in „Natural Born Killers“-Manier Unfug treiben, während Jesse Eisenberg und Emma Stone ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass sie zu den stärksten Schauspielern ihrer Generation zählen. Dass der Film letztlich aber „nur“ gut ist, liegt neben einigen Logiklöchern vor allem am sehr einfallslosen Ende, das zwar Fans üblicher Hollywood-Kost nicht enttäuschen wird, aber dennoch dem eingeschlagenen Weg, alles etwas anders zu machen, nicht gerecht wird. Dies könnte zum einen an der Tatsache liegen, dass Zombieland zuerst als einstündiger Pilotfilm mit dem üblichen Cliffhanger fürs Fernsehen geplant war. Andererseits könnte auch die geplante Fortsetzung eine gewichtige Rolle spielen. Dennoch: Diese humorvolle Schnetzelorgie darf man sich nicht entgehen lassen!

Bild: gut
Ton: gut
Synchronisation: gut
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: sehr gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: sehr gut
Extras: gut

Filmwertung: GUT – Note 2,0


11. Februar 2011

TV-Tipps: Schokolade, Krieg und Comedy


Es wird mal wieder Zeit für eine neue Rubrik. Nachfolgend präsentiere ich eine kleine und ganz persönliche Auswahl der sehenswertesten TV-Formate Deutschlands für die kommenden sieben Tage. Es wird nur einen Tipp pro Tag geben, unabhängig von der Anzahl guter Filme, Serien oder Dokumentationen. Und natürlich ziehe ich grundsätzlich interessante Geheimtipps bekannten Blockbustern vor. Doch genug der Vorrede, schreiten wir in medias res:


Samstag, 12.02.2011:

BR, 21.50 Uhr: Guten Morgen, Herr Grothe
Drama um einen Hauptschullehrer, der es mit der Fürsorge für einen talentierten, aber nicht sonderlich motivierten Schüler mitunter etwas übertreibt. Nicht immer realistisch, aber durchaus sehenswert.

Sonntag, 13.02.2011:

3SAT, 20.15 Uhr: Chocolat (mit Juliette Binoche und Johnny Depp)
Eine nette Tragikkomödie über die verführende Wirkung von… na?… Richtig: Schokolade! Klasse Darsteller, schöne Geschichte, guter Film!

Montag, 14.02.2011:

ARD, 21.00 Uhr: Deutschland unter Druck (1/3)
Der Anfang einer dreiteiligen Dokumentation über den wachsenden Druck auf die deutsche Gesellschaft. Im ersten Teil geht es vor allem um die Anforderungen an Kinder. Ob das Ganze etwas taugt, vermag ich natürlich noch nicht zu sagen.

Dienstag, 15.02.2011:

RTL II, 02.55 Uhr*: 36 Stunden bis zum Tod
Wer sich die SFT 09/10 nicht kaufen wollte, kann sich nun im Nachtprogramm von RTL II am damaligen Beileger-Film erfreuen. Ein durchschnittlicher Thriller, der Fans des Genres aber gefallen dürfte. Hier geht es zur ausführlichen Kritik.

Mittwoch, 16.02.2011:

RBB, 23.15 Uhr: Sophie Scholl - Die letzten Tage
Die aktuellste Verfilmung der wahren Geschichte einer Freiheitskämpferin gegen das Nazi-Regime. Für mich einer der besten deutschen Filme überhaupt. Mein Highlight der Woche!

Donnerstag, 17.02.2011:

VOX, 20.15 Uhr: Pearl Harbor (mit Josh Hartnett, Ben Affleck und Kate Beckinsale)
Hollywood-Kriegsfilm über den Überraschungsangriff der japanischen Luftwaffe auf die US-Flotte. Der interessante geschichtliche Hintergrund bleibt leider immer wieder hinter einer schwülstigen Liebesgeschichte zurück.

Freitag, 18.02.2011:

SAT.1, 22.40 Uhr: Ladykracher (Staffel 6, Folge 1/10)
Die erste Staffel von Anke Engelkes Ladykracher habe ich damals geliebt, auch wegen der Beteiligung zahlreicher talentierter Comedians (etwa Christoph Maria Herbst). Später flaute die Reihe dann immer mehr ab. Ob es mit der 6. Staffel wieder aufwärts geht?

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp von Dienstag läuft also in der Nacht von Montag auf Dienstag.

Anmerkung: Ich würde mich natürlich freuen, wenn ihr mich wissen lasst, was ihr von dieser Rubrik haltet. Ist es eine gute Idee oder völlig überflüssig? Also ab mit eurem Senf in die Kommentare!

9. Februar 2011

Kurz kritisiert: Black Swan

Genre: Drama / Psycho-Thriller Originaltitel: Black Swan Produktion: USA 2010 Regisseur: Darren Aronofsky Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Mila Kunis, Christopher Gartin, Winona Ryder FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): 20th Century Fox

Der so geniale wie fordernde Direktor des New Yorker Theaterensembles, Thomas Leroy (Vincent Cassel), sucht für eine neue Inszenierung des Schwanensees eine geeignete Nachfolgerin für die bisherige Primaballerina Beth (Winona Ryder). Seine Wahl fällt auf Nina (Natalie Portman), die seiner Meinung nach jedoch noch nicht genug Leidenschaft zeigt, um neben dem weißen auch den schwarzen Schwan zu verkörpern. Angetrieben von Thomas, ihrer herrschsüchtigen Mutter (Barbara Hershey) und vom vermeintlichen Druck der Zweitbesetzung Lily (Mila Kunis) steigert sich Nina in eine Psychose, die Realität und Phantasie mehr und mehr verschmelzen lässt…

Darren Aronofskys fünfter Film wird von ihm selbst gerne in einem Atemzug mit „The Wrestler“ genannt. Der Regisseur sieht die beiden Werke als Diptychon, als zweiteiliges Werk. Und tatsächlich fallen einige Gemeinsamkeiten zum Wrestler-Drama mit Mickey Rourke auf. Sei es der tragische Verlauf der Geschichte, das trost- und hoffnungslose Privatleben der Protagonisten oder aber die körperlich wie geistig zermürbende Arbeit. Und selbst die Schlussszenen ähneln sich, [SPOILER: Zum Lesen bitte den Text markieren] da beide am Ende in ihren vermeintlichen Tod springen [/SPOILER].

Einzeln betrachtet ist „Black Swan“ ein Drama mit starken Horror-Elementen, welche durch Ninas wachsende Psychose hervorgerufen werden. Diese Szenen sind nichts für schwache Nerven, weshalb man sich bewusst sein sollte, dass es sich beileibe nicht um einen reinen Ballett-Film handelt. Dies und der erst kürzlich rezensierte „The Fountain des selben Regisseurs waren für mich die Gründe, nach langer Abstinenz mal wieder ein Kinoticket zu lösen.

Die tragische Geschichte verlangt viel Einsatz von seinen Darstellern. Da Natalie Portman für ihre Rolle zuerst das Balletttanzen lernen musste und für ihre Darstellung auch zurecht mit einer Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin geehrt wurde, wird diese in vielen Artikeln besonders hervorgehoben. Doch dies wird dem restlichen Cast keineswegs gerecht, sind es doch vor allem der unsagbar geniale Vincent Cassel sowie die überzeugenden Barbara Hershey und Mila Kunis, die erst die große Glaubwürdigkeit des Filmes ermöglichen.

Doch trotz dieser Tatsache und des im Großen und Ganzen filmisch kaum zu kritisierenden Werkes von Darren Aronofsky vermochte mich das Ballett-Thema nicht sonderlich zu fesseln. Wenngleich der Fokus eher auf der Psyche liegt, verhindert dies aus meiner Sicht eine bessere Wertung. Dennoch ist „Black Swan“ ein gutes Drama geworden, das für Fans des Regisseurs oder der Schauspieler ebenso ein Muss ist wie für generell an der Geschichte Interessierte.

Filmwertung: GUT – Note 2,2



Anmerkung zum Regisseur: Darren Aronofsky ist für außergewöhnliche Dramen bekannt und konnte bereits mit „Pi“ und „Requiem for a Dream“ überzeugen. Nach „The Fountain“ verhalf er Mickey Rourke in „The Wrestler“ zu einem nicht für möglich gehaltenen Comeback. Momentan läuft der hier vorgestellte „Black Swan“ in den deutschen Kinos.
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