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29. April 2011

TV-Tipps: Die drei Begräbnisse der schönen Kokosnuss

Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. Die nächste Woche wird bestimmt von zahlreichen Blockbustern aus Amerikas Filmschmiede Nr. 1. Dennoch bin ich mir sicher, dass für jeden Geschmack etwas dabei sein wird, denn alle erwähnten Filme gehören aus meiner Sicht zu den besten ihres jeweiligen Genres...


Samstag, 30.04.2011:

ARD, 23.45 Uhr: Death Proof (mit Kurt Russell)
Wenn Quentin Tarantino und Robert Rodriguez auf die Idee kommen, das fast in Vergessenheit geratene Genre der Grindhouse-Filme wiederzubeleben, kann das Ergebnis nur polarisieren. Und tatsächlich: Death Proof, Tarantinos Anteil am Grindhouse-Projekt, ist herrlich abgefahren, beinhaltet absichtlich zahlreiche Bild- und Tonfehler und hat mir auch deshalb großen Spaß bereitet. Wenn Stuntman Mike (Kurt Russell) mit seinem getunten Raser Miezen meuchelt und dabei immer wieder die für den Regisseur typischen ausufernden Dialoge über Gott und die Welt zu hören sind, bin ich voll dabei!

Sonntag, 01.05.2011:

KABEL 1, 20.15 Uhr: A Beautiful Mind (mit Russell Crowe und Ed Harris)
Der hochbegabte, aber verhaltensauffällige Mathematikstudent John Nash (Russell Crowe) wandelt ständig auf dem schmalen Pfad zwischen Genie und Wahnsinn. Und das war‘s - mehr wird nicht verraten, sonst ist die Spannung raus. Ich kann euch dieses spannende und intensive Thriller-Drama jedenfalls nur wärmstens ans Herz legen. Auch wenn nicht jeder Aspekt von John Nashs Leben eingefangen wurde, kann der auf wahren Tatsachen beruhende Film absolut überzeugen. Unbedingt ansehen! Mein Highlight des Wochenendes!

Montag, 02.05.2011:

MDR, 0.15 Uhr*: John Q. - Verzweifelte Wut (mit Denzel Washington und Robert Duvall)
John (Denzel Washington) wird aus lauter Verzweiflung zum Geiselnehmer in einem Krankenhaus, um die Herztransplantation seines Sohnes trotz fehlender Versicherung zu erpressen. Dieses Thriller-Drama ist allein schon wegen des wunderschönen Ave Maria zu Beginn sehenswert. Doch auch die Darsteller, Emotionen und das geniale Ende können überzeugen - auch wenn Hollywood manchmal etwas zu stark an der Gefühlsschraube dreht.


Dienstag, 03.05.2011:

KABEL 1, 0.50 Uhr*: Duell - Ememy at the Gates (mit Jude Law und Ed Harris)
Schon wieder Ed Harris: Diesmal spielt er den deutschen Major König, der im Zweiten Weltkrieg auf den russischen Scharfschützen Saitsev (Jude Law) angesetzt wird. Großartiger Film über zwei beinahe unsichtbare Tötungsmaschinen, der allerdings keine Geschichtsstunde ist - dafür ist zu viel frei erfunden.

Mittwoch, 04.05.2011:

SWR, 23.00 Uhr: Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada (mit Tommy Lee Jones)
Der Arbeiter Pete (Tommy Lee Jones) steht zu seinem Wort: Er versprach seinem Freund, dem illegalen Einwanderer Melquiades Estrade - sollte dieser sterben , dessen Leiche nach Mexiko zu bringen - ein kompliziertes Vorhaben. Das Regiedebüt des Hauptdarstellers ist humorvoll, ungewöhnlich und spielt gekonnt mit der Wahrnehmung des Zuschauers. Sehenswert.

Donnerstag, 05.05.2011:

VOX, 22.45 Uhr: American History X (mit Edward Norton)
Der ehemalige Neonazi Derek (Edward Norton) versucht nach jahrelanger Haft, seinen Bruder Denny (Edward Furlong) von dessen Vorhaben abzuhalten, in die rassistischen Fußstapfen des Vorbildes zu treten. Schauspielerisch ist das absolut herausragend, filmisch genial. Ich wüsste nicht, was man an diesem Film hätte besser machen könnte. Zweifelsohne mein Highlight der Woche!

Freitag, 06.05.2011:

VOX, 01.25 Uhr*: Good Will Hunting (mit Matt Damon, Ben Affleck und Robin Williams)
Wegen seiner sozialen Inkompetenz ist Will (Matt Damon) lediglich Putzkraft an einer Universität. Außerdem versucht sein Psychiater (Robin Williams) alles, um ihn auf die rechte Bahn zu lenken. Trotz bester Kritiken gilt das Drama immer noch als Geheimtipp. Für ich unverständlich: Wer das Genre mag, kommt meines Erachtens an Gus van Sants Regiearbeit nicht vorbei.

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Die Entschuldigung der Woche…


… geht an Monty Python
Am Montag wurden die tapferen Ritter der Kokosnuss (ARTE, 20.15 Uhr) von John Q. in die Flucht geschlagen, drei Tage später verlor Das Leben des Brian (erneut auf ARTE, erneut um 20.15 Uhr) ganz knapp gegen „American History X“. Doch vor allem die am Donnerstag ausgestrahlte Persiflage auf das Leben Jesu Christis ist so herrlich absurd und unglaublich komisch, dass sie nicht unerwähnt bleiben darf. Ich bitte zutiefst um Verzeihung, dass es jeweils nicht zum Tagestipp gereicht hat. Ich pöser Widerporst!

Der Untipp der Woche:

Collateral Damage - Zeit der Vergeltung (Samstag, PRO 7, 22.55 Uhr)
Arnold Schwarzenegger, die Ein-Mann-Armee, jagt bösen Buben bis nach Kolumbien hinterher. Diese Karikatur einer echten Story ist aber noch lange kein Grund, einen solch strunzdoofen Film abzuliefern. Wer genauer wissen möchte, warum hier letztlich der qualitätsverwöhnte Zuschauer als titelgebender Kollateralschaden zurückbleibt, kann sich ja die erste Folge meines inzwischen bereits seit einiger Zeit still gelegten Podcasts anhören, in welchem ich genauer auf den Action-Kracher eingehe - doch erwartet keine allzu positiven Worte…

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Montag läuft also in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Top-Sender der Woche: KABEL 1 und VOX (je zwei Empfehlungen)

Hollywood, wohin das Auge schaut. Dennoch eine großartige Fernsehwoche! Was meint ihr?

1 Kommentar:

  1. Ich sehe keinen Grund, Dich für "Nur-Hollywood-Ware" zu entschuldigen.

    Wenn es gute Filme sind, dann sind sie gut, egal ob Hollywood, England, Schweden, Deutschland oder Frankreich!

    Meine Meinung zu "Death Proof" weicht allerdings ab, ist aber wie immer Geschmackssache.

    Ist "Good Will Hunting" wirklich noch ein Geheimtipp? Der Film läuft mind. 1x im Jahr im Fernsehen und dadurch dass Matt Damon und Ben Affleck danach richtig durchgestartet sind, interessieren sich mehr Leute für den Film, zu dem die beiden das Drehbuch verfasst haben.

    Die Entschuldigung an Monty Python ist wirklich fällig. Die beiden Filmen sind so großartig, dass man diese wirklich gesehen haben muss. Gebe aber zu, dass ich die Filme in meiner Jugend unzählige Male geschaut habe, so dass ich heute lieber drüber rede, statt sie zu schauen. Habe die beiden Filme bestimmt über 10 Jahre nicht mehr gesehen. Wer diese Filme nicht kennt, wird sich durchaus wundern, wenn ich mich mit Freunden unterhalte und wir uns "Nie", "Sie wars - Er wars", "Jeder nur ein Kreuz", "Hinter dem Kaninchen - Es ist DAS Kaninchen" usw. an den Kopf werfen. Als PC-Spieler hatte ich einen "inneren Reichsparteitag", als ich bei "Worms 2" die heilige Handgranate entdeckte (siehe URL).

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