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19. April 2011

Note 1 - Die Besten: Wie im Himmel

Genre: Drama Originaltitel: Så som i himmelen Internationaler Alternativtitel: As it is in Heaven Produktion: Schweden 2004 Regisseur: Kay Pollak Darsteller: Michael Nyqvist, Frida Hallgren, Helen Sjöholm, Lennart Jähkel, Ingela Olsson FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Filmcovers): Paramount

Es gibt diese Filme, die objektiv unglaublich schwer zu bewerten sind. Diese Filme, die einen persönlich so sehr mitreißen, dass der Eindruck nur subjektiver Natur sein kann. „Wie im Himmel“ gehört dazu. Es ist einer dieser polarisierenden Streifen: Die einen finden ihn toll geschrieben, toll gespielt. Andere sind der Meinung, dass er zu manipulativ auf die Tränendrüse drückt. Aber eigentlich ist es doch bei den meisten großartigen Filmen so: Es gibt immer Menschen, die dies ganz und gar nicht nachvollziehen können.

Zur Story: Der berühmte Dirigent Daniel Dareus (Michael Nyqvist) kehrt wegen gesundheitlicher Probleme zurück nach Schweden in sein Heimatdorf. Dort übernimmt er die vakante Stelle des Kantors und damit auch den Kirchenchor. Doch die verschiedenen Ansprüche des Profis und der Mitglieder des Laienchores führen immer wieder zu Problemen, ebenso private Konflikte, eine entstehende Liebe und die vielen Neider, allen voran der Pastor der Gemeinde.
Schon als ich noch ein kleiner Junge war, wollte ich immer nur eine Musik machen, die die Herzen der Menschen öffnet. Das war mein Traum. (Daniel Dareus)
Regisseur Kay Pollak löste die schwere Aufgabe, dem Zuschauer die zahlreichen Figuren nachvollziehbar zu erklären und näher zu bringen, mit Bravour. Zwar kann man bei der schieren Masse nicht jedem Charakter die Tiefe anderer Independent-Produktionen verleihen. Dennoch gelingt es problemlos, sich in die vielen unterschiedlichen Situationen und Gefühlslagen hinein zu versetzen: man freut sich, lacht und vielleicht verdrückt man auch hin und wieder eine Träne. Jedenfalls bleibt man eines nicht: unberührt. Der dramatische Verlauf der Geschichte tut sein übriges dazu, den Zuschauer vollends in den Bann zu ziehen. Dabei wird das Ende sicherlich nicht jeden befriedigen. Nach reiflicher Überlegung, welche Alternativen man hätte implementieren können, halte ich den gewählten Schluss jedoch für absolut passend.


Filmisch ist also alles einwandfrei. Und auch die Darsteller überzeugen durch die Bank. Michael Nyqvist, der auch in der Verfilmung von Stieg Larssons Millenium-Trilogie die Hauptrolle übernahm, spielt dabei gewohnt gut, lässt aber auch den teilweise weniger bekannten Gesichtern den nötigen Spielraum. Die Kamera fängt Handlung und Landschaften hervorragend ein und betont dadurch auch den eigentlichen Protagonisten des Films: Die Musik. Das Repertoire reicht von klassischen Orchesterstücken über Kirchenlieder und spaßiger Folklore bis hin zu gefühlvollen Solo-Stücken.

Wer selbst noch nie in einem Chor war, könnte dabei die ungeheure Faszination, die von diesem Drama ausgeht, unter Umständen nur bedingt verstehen. Eine Chance hat dieses Meisterwerk des europäischen Kinos aber auf jeden Fall verdient. Doch Vorsicht: „Wie im Himmel“ lädt jeden, der sich der Wirkung nicht verschließt, auf einen emotionalen Parkours ein, an dessen Ende man noch einige Minuten benötigt, um das Gesehene zu verarbeiten. Und dann am liebsten noch mal von vorn beginnen möchte. All das macht einen herausragenden Film aus. Daher verleihe ich heute erstmals die Bestnote. Und das - zumindest aus meiner subjektiven Sicht - völlig zurecht!

Filmwertung: SEHR GUT – Note 1,0



Anmerkung: So man weder Schwedisch versteht noch Untertitel lesen möchte, kann man auch getrost auf die deutsche Synchronfassung setzen, die durchaus zu überzeugen weiß. Aufgrund der interessanten Extras empfehle ich übrigens die Anschaffung der Doppel-DVD-Fassung, welche allerdings nur noch selten zu haben ist. Wer kostenlos weitere Informationen wünscht, kann sich hier das Presseheft ansehen, in dem unter anderem ein Interview mit dem Regisseur Kay Pollak, Hauptdarsteller Michael Nyqvist sowie Frida Hallgren zu lesen ist.

1 Kommentar:

  1. Sehr guter Film, der häufig auf den dritten Programmen läuft. Sollte man gesehen haben, auch wenn man zu Beginn denkt, was aus dem Film noch werden soll. Habe ihn ja nur auf Empfehlung (wer war das nochmal ;-) ) gesehen und dem Film daher die Chance gegeben. Habe es nicht bereut!

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