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20. April 2011

TV-Tipps: Passion und Untergang der künstlichen Intelligenz



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. Wie immer gibt es während der Osterfeiertage viele interessante Programme, weshalb ich Euch nur raten kann, einen genauen Blick in die Fernsehzeitschrift eures Vertrauens zu werfen. Etwa konnte ich dem sehr guten Johnny-Cash-Biopic „Walk the Line“ (Sonntag, RTL II, 20.15 Uhr) keinen Platz einräumen…

Samstag, 23.04.2011:

KABEL 1, 22.05 Uhr: Die Passion Christi (mit James Caviezel und Monica Bellucci)
Mel Gibsons Verfilmung der letzten Tage Jesus Christis sind polarisierend wie kaum ein anderer Film: „Die Passion Christi“ ist hammerhart und überaus blutig. Gleichzeitig überzeugt aber die Leistung der Darsteller, die unglaubliche Intensität des Gezeigten sowie der stets passende Soundtrack. Genial ist der Verzicht auf westliche Synchronfassungen, gesprochen wird lediglich Aramäisch, Hebräisch und Latein - natürlich mit deutschen Untertiteln. Dieses monumentale Epos von ungeahnter Größe war für mich die beeindruckendste Filmerfahrung, die ich je hatte. Damit ist die folgende Ellipse keine Überraschung: Mein Highlight der Woche!

Sonntag, 24.04.2011:

BR, 22.30 Uhr: Paris, je t‘aime (mit Juliette Binoche, Steve Buscemi, Willem Dafoe, Elijah Wood, Natalie Portman und vielen, vielen mehr)
In 115 Minuten werden gleich 18 Episoden gezeigt, die von unterschiedlichen Regisseuren - unter anderem von Joel und Ethan Coen sowie Gérard Depardieu - in verschiedenen Stadtteilen gedreht wurden. Es geht dabei jeweils dem Titel entsprechend um Paris und die Liebe. Leider sah ich diesen Episodenfilm selbst noch nicht, kann also keine Wertung aussprechen. Aber ich bin mir sicher, dass „Paris, je t‘aime“ eine lohnende Filmerfahrung ist.

Montag, 25.04.2011:

RTL, 22.00 Uhr: Zodiac - Die Spur des Killers (mit Robert Downey Jr. Und Jake Gyllenhaal)
Die wahre Geschichte des amerikanischen Serienkillers, der im San Fransisco der späten 60er Jahre sein Unwesen trieb, wurde von David Fincher spannend verfilmt. Zwar hätte dem Streifen die eine oder andere weitere Freiheit gut getan, doch gehört er nach „Fight Club“ und „Sieben“ zu den besten Werken des Regisseurs.

Dienstag, 26.04.2011:

SAT. 1, 20.15 Uhr: FC Schalke 04 - Manchester United (Anstoß: 20.45 Uhr)
Keine Frage: Steht ein deutscher Verein im Halbfinale der europäischen Königsklasse, ist dies das Highlight des Tages. Nach dem ebenso überraschenden wie hochverdienten Sieg gegen Inter Mailand im Viertelfinale (5:2 und 2:1) wartet nun erneut ein harter Brocken auf die Gelsenkirchener - und auf uns vielleicht erneut ein spannendes Fußballfest.

Mittwoch, 27.04.2011:

RBB, 22.45 Uhr: Der Untergang (mit Bruno Ganz und Alexandra Maria Lara)
Nach den letzten Tagen im Leben Jesus (siehe Samstag) erlebt man in Oliver Hirschbiegels Kriegsfilm das Ende von Adolf Hitler und dessen Nazi-Regime. Bruno Ganz brilliert als ein von Parkinson gezeichneter, verblendeter Despot, der hier aber auch ein menschliches Gesicht erhält. Dabei wechseln sich die engen Aufnahmen im Führerbunker mit Bildern der letzten Schlachten ab, in denen vor allem Kinder und Jugendliche die Frontlinien verteidigen sollten. Das ist eindringlich, aufwühlend und gehört zum Besten, was der deutsche Film zu bieten hat.

Donnerstag, 28.04.2011:

KABEL 1, 01.05 Uhr*: A.I. - Künstliche Intelligenz (mit Haley Joel Osment und Jude Law)
Wirklich schade, dass es in den letzten Jahren so ruhig um Haley Joel Osment geworden ist. Nach „The Sixth Sense“, „Das Glücksprinzip“, „Löwen aus zweiter Hand“ und eben „A.I.“ war ich von einer erfolgreichen Karriere des Jungschauspielers überzeugt. Doch leider wurde es in den letzten Jahren ruhig um den inzwischen 23-Jährigen. Hier überzeugt er als erster Roboterjunge mit menschlichen Gefühlen. Steven Spielberg übernahm nach Stanley Kubricks Tod dessen Projekt und inszenierte ein visuell wie erzählerisch gelungenes Science-Fiction-Drama, das übrigens auch am Vorabend zur besten Sendezeit zu sehen ist.

Freitag, 29.04.2011:

WDR, 23.15 Uhr: Die Klasse
Wie schafft man es, die Ruhe zu bewahren, wenn der eigene Unterricht ständig boykottiert wird? Ist ein Verweis für Problemschüler wirklich sinnvoll? Wer wissen möchte, wie der Zustand öffentlicher Schulen heutzutage ist und warum ich mein Lehramtsstudium abbrach, findet hier sicherlich einen Teil der Antwort. „Die Klasse“ ist ein unfassbar realistisches Drama über eine französische Schulklasse und ihren engagierten, aber oftmals machtlosen Lehrer.

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Der Untipp der Woche:

Dieter - Der Film (Dienstag, Super RTL, 20.15 Uhr)

Länger als fünf Minuten konnte ich dieses Machwerk aus der Hölle nicht ertragen. Allein schon, dass das Leben des so talentfreien wie erfolgreichen Dieter Bohlen in Comic-Form verfilmt wurde, sollte jedem zu denken geben. Ich weiß nicht, ob er eine Marionette von RTL ist oder ob es umgekehrt ist. Dagegen kann man mit Sicherheit sagen, dass seine Casting-Shows zum Widerlichsten zählen, was das hiesige Fernsehen zu bieten hat. Dass sich dennoch Jahr für Jahr so viele Intelligenzallergiker als Kandidaten zur Verfügung stellen und noch mehr diesen Murks auch noch sehen, bestätigt Albert Einstein einmal mehr, der sagte: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Donnerstag läuft also in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag.

Top-Sender der Woche: KABEL 1 (zwei Empfehlungen)

Eine großartige Fernsehwoche erwartet uns! Was meint ihr?

Kommentare:

  1. Großartige Beschreibung zum Untipp der Woche :D
    Besser hätte ich es selbst nicht ausdrücken können ;-)

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  2. Hmmm, "Die Passion Christi" scheint nur gläubigen Menschen was zu geben. Ich halte diesen Film für einen Gewaltporno und würde dieses Machwerk als Untipp aller Zeiten (selbst vor "Watchmen"!) bezeichnen.

    "Dieter - Der Film" ist aber auch ein guter Untipp, auch wenn ich zugeben muss, ihn ganz gesehen zu haben (ich ziehe sowas immer durch). Der Film enthält zwar durchaus selbstironische Elemente, dieses wird aber durch den selbstgefälligen Rest überstrahlt. Die Animationen sind durchasu gut gelungen und dem Dieter-Sprecher gelingt eine gute Parodie. Muss auch zugeben, dass der Titelsong "Gasoline" durchaus erträglich ist, obwohl es natürlich ein Bohlen-Titel ist. Dieser Film sollte ursprünglich tatsächlich mal im Kino laufen! Da fällt mir ein, dass Zlatko auch mal einen Film gemacht hat....

    Das Schlimmst an Bohlen ist, dass man ihn das ganze Jahr ertragen muss. Läuft DSDS nicht, startet "Das Super-Talent". Nur im Sommer gibt es eine kurze Ruhepause. Dann zeigt RTL samstags Filme. Überlege gerade, wann ich das letzte Mal am Samstagabend RTL geguckt habe...

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  3. Haha, "Intelligenzallergiker", nicht schlecht. ;)

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  4. Danke für eure Kommentare! :-)

    @ Payne: Kann sein, dass "Die Passion Christi" nur für Gläubige interessant ist. Allerdings glaube ich nicht, dass es damals weniger blutig zuging. Natürlich kann man darüpber streiten, ob man als Regisseur wirklich jede Folterszene zeigen muss, allerdings gefällt mir das dennoch um Längen besser als die Wischiwaschi-Darstellungen vergleichbarer Filme.

    Hin und wieder schaue ich samstagabends RTL, nämlich wenn einer der Klitschkos in den Ring steigt. Ansonsten kann man sich den Sender um diese Zeit zwar nicht antun, dies gilt aber auch für alle weiteren Privatsender - wer etwa "Schlag den Raab" mag, kann garnicht so oft und lange aufs Klo, wie dort Werbung läuft...

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  5. Hmmm, kann schon sein, dass das damals so zuging, aber ich glaube, Mel wollte nur zeigen, wie mies mit seinem Jesus umgegangen wurde. Aber lassen wir das.

    Boxen kann ich im Privatfernsehen auch nicht mehr gucken, da natürlich jede Ringpause für Werbung genutzt wird. Natürlich ist das Pausengelaber der Trainer nicht zeigefähig, aber die Werbung nervt extrem.

    Bzgl. "Schlag den Raab" bin ich schon dazu über gegangen, die Sendung aufzuzeichnen und dann "Live on tape" zu gucken. Erstaunlich wie kurz die Sendung da ist (uninteressante Musikacts werden auch geskippt).

    Bzgl. "Gastkommentar" bei zukünftigen Tipps: Das mache ich nur, wenn es sich lohnt, also ein Film unfassbar schlecht ist, dass ich mich auskotzen kann oder der Film so gut ist, dass sich ein Schreiben lohnt. In dem Fall maile ich Dir Anfang der Woche, dass Du donnerstags Post bekommst. Ansonsten gibt es meine Kurztipps hier in den Kommentaren...

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  6. Beim Boxen habe ich bereits die Fernbedienung im Anschlag und drücke auf Mute, sobald die Werbung kommt. Dann ist es zumindest erträglich. Was auch hilft: Ein lustiges Ratespiel, was als nächstes beworben wird. Zur Wahl steht ja selten mehr als Autos, Rasierer, Bier und Versicherungen. Männerkram eben. ;-)

    "Schlag den Raab" nehme ich ebenfalls auf und beginne dann mit etwa zweistündiger Verspätung die Sendung. Das kommt meistens hin.

    Super Vorschlag zum Gastkommentar, so machen wir das! Maile mir dann doch bitte auch, falls du eine nette Überschrift weißt - und ob ich ein Bild verwenden soll (etwa das aus dem Forum). :-)

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