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9. Februar 2011

Kurz kritisiert: Black Swan

Genre: Drama / Psycho-Thriller Originaltitel: Black Swan Produktion: USA 2010 Regisseur: Darren Aronofsky Darsteller: Natalie Portman, Vincent Cassel, Barbara Hershey, Mila Kunis, Christopher Gartin, Winona Ryder FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): 20th Century Fox

Der so geniale wie fordernde Direktor des New Yorker Theaterensembles, Thomas Leroy (Vincent Cassel), sucht für eine neue Inszenierung des Schwanensees eine geeignete Nachfolgerin für die bisherige Primaballerina Beth (Winona Ryder). Seine Wahl fällt auf Nina (Natalie Portman), die seiner Meinung nach jedoch noch nicht genug Leidenschaft zeigt, um neben dem weißen auch den schwarzen Schwan zu verkörpern. Angetrieben von Thomas, ihrer herrschsüchtigen Mutter (Barbara Hershey) und vom vermeintlichen Druck der Zweitbesetzung Lily (Mila Kunis) steigert sich Nina in eine Psychose, die Realität und Phantasie mehr und mehr verschmelzen lässt…

Darren Aronofskys fünfter Film wird von ihm selbst gerne in einem Atemzug mit „The Wrestler“ genannt. Der Regisseur sieht die beiden Werke als Diptychon, als zweiteiliges Werk. Und tatsächlich fallen einige Gemeinsamkeiten zum Wrestler-Drama mit Mickey Rourke auf. Sei es der tragische Verlauf der Geschichte, das trost- und hoffnungslose Privatleben der Protagonisten oder aber die körperlich wie geistig zermürbende Arbeit. Und selbst die Schlussszenen ähneln sich, [SPOILER: Zum Lesen bitte den Text markieren] da beide am Ende in ihren vermeintlichen Tod springen [/SPOILER].

Einzeln betrachtet ist „Black Swan“ ein Drama mit starken Horror-Elementen, welche durch Ninas wachsende Psychose hervorgerufen werden. Diese Szenen sind nichts für schwache Nerven, weshalb man sich bewusst sein sollte, dass es sich beileibe nicht um einen reinen Ballett-Film handelt. Dies und der erst kürzlich rezensierte „The Fountain des selben Regisseurs waren für mich die Gründe, nach langer Abstinenz mal wieder ein Kinoticket zu lösen.

Die tragische Geschichte verlangt viel Einsatz von seinen Darstellern. Da Natalie Portman für ihre Rolle zuerst das Balletttanzen lernen musste und für ihre Darstellung auch zurecht mit einer Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin geehrt wurde, wird diese in vielen Artikeln besonders hervorgehoben. Doch dies wird dem restlichen Cast keineswegs gerecht, sind es doch vor allem der unsagbar geniale Vincent Cassel sowie die überzeugenden Barbara Hershey und Mila Kunis, die erst die große Glaubwürdigkeit des Filmes ermöglichen.

Doch trotz dieser Tatsache und des im Großen und Ganzen filmisch kaum zu kritisierenden Werkes von Darren Aronofsky vermochte mich das Ballett-Thema nicht sonderlich zu fesseln. Wenngleich der Fokus eher auf der Psyche liegt, verhindert dies aus meiner Sicht eine bessere Wertung. Dennoch ist „Black Swan“ ein gutes Drama geworden, das für Fans des Regisseurs oder der Schauspieler ebenso ein Muss ist wie für generell an der Geschichte Interessierte.

Filmwertung: GUT – Note 2,2



Anmerkung zum Regisseur: Darren Aronofsky ist für außergewöhnliche Dramen bekannt und konnte bereits mit „Pi“ und „Requiem for a Dream“ überzeugen. Nach „The Fountain“ verhalf er Mickey Rourke in „The Wrestler“ zu einem nicht für möglich gehaltenen Comeback. Momentan läuft der hier vorgestellte „Black Swan“ in den deutschen Kinos.

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