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15. Februar 2011

DVD-Kritik: Zombieland

Genre: Action-Komödie Originaltitel: Zombieland Produktion: USA 2009 Regisseur: Ruben Fleischer Darsteller: Jesse Eisenberg, Woody Harrelson, Emma Stone, Abigail Breslin, Amber Heard, Bill Murray FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Sony

Meine Damen und Herren, ganz neu in der Kategorie „Filmgenres, die ich eigentlich nicht ausstehen kann“: Zombieland! Ich finde grundsätzlich alle Streifen mit Monstern oder Untoten absolut lächerlich und vor allem unnötig. Allerdings war ich mir schon beim Sehen des Trailers sicher, dass Ruben Fleischers Film hier eine Ausnahme machen wird.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Der ängstliche Columbus (Jesse Eisenberg) und der draufgängerische Tallahassee (Woody Harrelson) reisen zusammen durch den titelgebenden Staat Zombieland, der zuvor noch als U.S.A. bekannt war. Auf ihrer Reise treffen sie auf Scharen von Untoten, aber auch auf die beiden jungen Schwestern Wichita (Emma Stone) und Little Rock (Abigail Breslin). Letztere nutzen das Vertrauen der Männer immer wieder gnadenlos aus, ehe sie plötzlich auf deren Hilfe angewiesen sind…
"Ich habe die Menschen schon wie Zombies gemieden noch bevor sie Zombies waren. Doch jetzt, wo alle Menschen Zombies sind, vermisse ich die Menschen irgendwie" (Columbus)
Dass es bei der Reise durch ein infiziertes Land immer wieder zu deftigen Auseinandersetzungen kommt, steht außer Frage. Dennoch empfinde ich die FSK-Freigabe ab 16 Jahren für diese Schlachtplatte aus spritzendem Blut, Eiter und Gedärm als unglaublich. Zwar sind all diese Ekeleffekte völlig überdreht, dennoch bin ich der Meinung, dass eine Einstufung „ohne Jugendfreigabe“ angebracht gewesen wäre. Doch dafür können die Filmemacher nichts. Diese schufen einen herrlichen Zombie-Klamauk, der aber durchaus auch mit einigen Schockeffekten aufwartet - wenngleich sich diese größtenteils auf die üblichen akustischen „jump scares“ beschränken.

Doch was wäre der ganze Überlebenskampf ohne Spaß? Daher schnetzeln sich die letzten Menschen sehr abwechslungsreich durch die anstürmenden Horden. Auf die Spitze getrieben wird dies unter anderem, als die vier Protagonisten einen Souvenirshop auseinandernehmen; diese Szene wird in Zeitlupe und mit klassischer Musik präsentiert, ist aber nicht der einzige Moment, in dem optischer Hochgenuss serviert wird. Auch sonst unterstützen einfallsreiche Kameraeinstellungen dieses etwas andere Road-Movie.

Das Beste an Zombieland sind aber die zahlreichen Regeln, welche Columbus zur eigenen Sicherheit aufgestellt hat und die immer wieder in passenden Momenten eingeblendet werden. Diese rufen im Falle einer Flucht zur Fitness auf (Regel 1), empfehlen doppelte Schüsse auf vielleicht doch noch nicht ganz besiegte Zombies (Regel 2), warnen vor den Gefahren, die auf dem Rücksitz lauern könnten (Regel 31) oder bezeichnen die Küchenrolle als vielseitigen Helfer gegen diverse Exkremente (Regel 12, nur als englischsprachiger Teaser-Trailer zu sehen).
Tallahassee: "Bill Murray!"
Little Rock : "Wer ist Bill Murray?"
Tallahassee: "Ich hab noch nie ein Kind geschlagen. Das ist so als würdest du
fragen, wer Ghandi ist."
Little Rock : "Wer ist Ghandi?"
Wenig überraschend ist auch das Lob für die Darsteller: Woody Harrelson darf endlich wieder in „Natural Born Killers“-Manier Unfug treiben, während Jesse Eisenberg und Emma Stone ein weiteres Mal unter Beweis stellen, dass sie zu den stärksten Schauspielern ihrer Generation zählen. Dass der Film letztlich aber „nur“ gut ist, liegt neben einigen Logiklöchern vor allem am sehr einfallslosen Ende, das zwar Fans üblicher Hollywood-Kost nicht enttäuschen wird, aber dennoch dem eingeschlagenen Weg, alles etwas anders zu machen, nicht gerecht wird. Dies könnte zum einen an der Tatsache liegen, dass Zombieland zuerst als einstündiger Pilotfilm mit dem üblichen Cliffhanger fürs Fernsehen geplant war. Andererseits könnte auch die geplante Fortsetzung eine gewichtige Rolle spielen. Dennoch: Diese humorvolle Schnetzelorgie darf man sich nicht entgehen lassen!

Bild: gut
Ton: gut
Synchronisation: gut
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: sehr gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: sehr gut
Extras: gut

Filmwertung: GUT – Note 2,0


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