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18. März 2011

TV-Tipps: Der verblendete Monsieur Truman und das Königreich des purpurnen Arschloches



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. In dieser Woche gibt es gleich mehrere Filme, die erst nach ihrer Erstausstrahlung zum Tagestipp wurden. So lassen sich etwa die Empfehlungen von Sonn- und Montag auch am jeweiligen Vorabend zur besten Sendezeit sehen.

Samstag, 19.03.2011:

RBB, 23.45 Uhr: Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Puh, direkt am ersten Tag musste ich eine knifflige Entscheidung treffen. Und zwar die für den eher unbekannten Film - zumindest im Vergleich zu „Die zwölf Geschworenen“ (WDR, 15.15 Uhr), der den meisten bestens bekannt sein dürfte. Als weiser „Monsieur Ibrahim“ überzeugt in der Empfehlung des Tages Omar Sharif, der einen Jugendlichen nach dem dessen Vaters Selbstmord bei sich aufnimmt. Mag das filmische Drama auch nicht an die literarische Vorlage heranreichen, stimmungsvoll und angenehm ungewöhnlich ist es allemal.

Sonntag, 20.03.2011:

KABEL EINS, 17.10 Uhr: Die Truman Show (mit Jim Carrey, Laura Linney und Ed Harris)
Auch wenn er am Samstag gegen die genannten Streifen keine Chance hatte, ist „Die Truman Show“ dennoch eine geniale Groteske, die für einen Hollywood-Streifen gleich mehrfach überrascht: Etwa mit Jim Carrey in einer seiner ersten ernsten Rollen oder mit einer Story, welche die mediale Scheinwelt des Fernsehens gekonnt persifliert, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Außerdem ist jeder Film mit Natascha McElhone ein wahrer Augenschmaus!

Montag, 21.03.2011:

RTL II, 02.10 Uhr*: Kleines Arschloch
Gegen den unfassbar witzigen Zeichentrickstreifen aus deutschen Landen können auch alle Pixar-Filme einpacken. Der titelgebende Zwölfjährige verliebt sich in eine betagte Dame, setzt den Nachbarshund unter Drogen, erforscht das Sexualverhalten seiner ganzen Familie, rät als Telefonseelsorger zum Selbstmord, tritt mit seiner Band in ein Fettnäpfchen nach dem anderen und muss erfahren, dass ihm sein Großvater, der „alte Sack“, stets die abgeschnittenen Fußnägel unters Müsli mischte. Wer diesen Film nicht kennt, hat etwas verpasst. Mein Highlight der Woche.

Dienstag, 22.03.2011:

NEO, 23.15 Uhr: Stieg Larsson: Verblendung
NEO zeigt nochmals alle Teile der erweiterten Millenium-Trilogie und beginnt mit einhundertfünfzigminütiger, schwedischer Krimikost vom Feinsten. Michael Nyqvist und Noomi Rapace überzeugen dabei ebenso wie die Story um eine vor 40 Jahren verschwundene Nichte eines Großunternehmers. Auch die persönlichen Hintergründe des Journalisten und der Computer-Hackerin wissen zu begeistern und machen daher die beiden weiteren Teile „Verdammnis“ und „Vergebung“ trotz leicht gesunkener Qualität zum Pflichtprogramm.

Mittwoch, 23.03.2011:

KABEL EINS, 20.15/23.45 Uhr: Die purpurnen Flüsse (mit Jean Reno und Vincent Cassel)
Es geht also auch zur angeblich besten Fernsehzeit. Dieser französische Thriller wurde mir gleich mehrfach - wenn auch bis dato vergebens - ans Herz gelegt. Daher gilt dieser Tagestipp auch als Erinnerung für mich, der geheimnisvollen Verbindung zweier weit voneinander entfernter Kriminalfälle endlich meine Aufmerksamkeit zu schenken.

Donnerstag, 24.03.2011:

VOX, 20.15 Uhr: Königreich der Himmel (mit Liam Neeson, Jeremy Irons…)
… und leider auch mit Orlando Bloom. Nichtsdestotrotz ging ich ins Kino und wurde herbe enttäuscht: Meinen Lieblingsdarsteller Edward Norton bekam ich nur kurz zu Gesicht - und zwar hinter eine Maske (siehe Bild) und mit anderer Synchronstimme… Da gleichzeitig Antischauspieler Orlando Bloom eine gewichtige Rolle inne hat, gab ich dem Streifen im Anschluss keine gute Bewertung. Damit tat ich dem eigentlich ordentlichen Historienfilm von Ridley Scott aber Unrecht, weshalb er zumindest heute als Tagestipp gelten darf - eine seltene Ehre für Mr. Bloom.

Freitag, 25.03.2011:

WDR, 23.15 Uhr: Tödliche Versprechen - Eastern Promises (mit Viggo Mortensen und Vincent Cassel)
Der zweite Tipp der Woche, den ich bis heute nicht sah, ist auch der zweite Film mit Vincent Castel - ein Schelm, wer Böses dabei denkt, halte ich doch große Stücke auf den französischen Darsteller. Außerdem ist nahezu jeder Film von David Cronenberg sehenswert, weshalb ich dem Thriller sogar den Vorzug vor Steven Spielbergs Kriegsepos „Der Soldat James Ryan“ (22.40 Uhr) mit Tom Hanks und Matt Damon gebe.

Top-Sender der Woche: KABEL EINS (2 Empfehlungen)

Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Montag läuft also in der Nacht von Sonntag auf Montag.

Puh, vor uns liegt eine wirklich starke Fernsehwoche: Bis auf den 24.03. gab es an jedem Tag noch mindestens einen anderen heißen Kandidaten für eine bedenkenlose Empfehlung. So muss das sein! Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

Kommentare:

  1. Wow,

    hätte nicht gedacht, dass Du "Das kleine Arschloch" magst. Fand den Film auch super, aber ob deswegen alle Pixar-Streifen einpacken können? Der Film ist natürlich politisch total inkorrekt, aber unfassbar komisch (selbst wenn man die Comics kennt). Die Peppi-Szenen fand ich allerdings alle langweilig, besonders der Drogen-Trip war nervig.

    Die Songs waren aber spitze, so dass ich mir damals direkt den Soundtrack gekauft habe. Die Auftritte der Band waren auch zu komisch, immer zur falschen Zeit am falschen Ort :-D

    "Sündigen" und "Der Anti-Country-Song" höre ich immer noch gerne.

    Folgende Filme würde ich ergänzend empfehlen:
    - Krieg der Sterne (FR., Pro 7, 20.15 Uhr)
    - Zurück in die Zukunft 3 (FR., RTL 2, 20.15 Uhr)
    - Teen Wolf (SA., RTL 2, 13 Uhr)
    - Die zwölf Geschworenen (Sa., WDR, 15.15 Uhr)
    - Der WiXXer (SA., SAT. 1, 20.15 Uhr)

    Und wer die Serie "Pastewka" mag, sollte heute reinschalten. Die Vorstellung, dass jemand Halluzinationen von "Bernd das Brot", ist einfach zu komisch...

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  2. Ich finde schon, dass in Sachen Humor alle Pixar-Filme schlechte dastehen. Natürlich haben die süßen Späßchen auch was für sich, aber gegen den überzogenen Humor des kleinen Popoloches kommen sie meines Erachtens nicht an.

    Ich stimme dir bei Pro und Cntra zu: Der Soundtrack war toll, neben den von dir genannten ist auch noch das Lied für Inge zu nennen. Dagegen fällt der Drogen-Trip natürlich ab. Da er aber kurz ist, fällt das kaum ins Gewicht - ganz im Gegensatz zum absolut furchtbaren zweiten Teil, den ich Narr tatsächlich im Kino sah. Und so bitter wurde ich selten enttäuscht: Der ganze Film ist eine Ansammlung lächerlicher Tanzszenen und humorbefreiter Witze.

    Danke für deine weiteren Tipps. "Die zwölf Geschworenen" habe ich ja auch genannt (siehe Samstag). Pastewka mag ich leider nicht. Den Komiker schon, aber zur Serie fand ich bisher keinen Draht...

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