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4. März 2011

TV-Tipps: Afroamerikanische Clownfische boxen auf dem Highway



Auch in der nächsten Woche möchte ich euch bei eurer Suche nach guter Fernsehunterhaltung unterstützen. Wie immer gilt: Geheimtipps stelle ich vor, sofern ich sie kenne - Blockbuster sind nur zweite Wahl. Nach wie vor freue ich mich auch über jeden Verbesserungsvorschlag oder einfach nur einen Kommentar zu den gewählten Filmen. Leider ist in den kommenden sieben Tagen nur das bis zum Montag verlängerte Wochenende mit guten Filmen gesegnet. Danach fällt die Qualität deutlich ab. Dennoch ziehe ich es durch und präsentiere einen Tipp pro Tag.

Samstag, 05.03.2011:

RBB, 23.15 Uhr: Lost Highway
Lost Highway ist einer von David Lynchs bekanntesten Hirnverdrehern. Wer ihn einfach nur als einen rätselhaften, alles andere als chronologischen Thriller sieht, bei dem man am Ende unter Umständen weniger weiß als zuvor, wird vielleicht nicht wirklich verstehen, worin genau das Besondere liegen soll, das so viele Fans in ihm sehen. Wer sich aber darauf einlässt und vielleicht sogar mit mehrseitigen wissenschaftlichen Abhandlungen (die es zu den meisten Lynch-Filmen gibt) vor der Mattscheibe sitzt, wird die ganze Komplexität zumindest erahnen, wenn auch vermutlich dennoch nicht ganz verstehen können. Für mich ist „Lost Highway“ ein Meisterwerk und damit mein Highlight der Woche!

Sonntag, 06.03.2011:

SAT.1, 16.15 Uhr: Findet Nemo
Die erste Ausstrahlung des Pixar-Animationsstreifens um den Clownfisch Nemo konnte am Vortag zwar nicht gegen den Tipp der Woche bestehen, ist aber dennoch ein fantastisches Erlebnis. Die dramatische Geschichte bietet ein wenig kindgerechte Spannung, aber auch originellen Humor. Selbst hartgesottenen Actionfilmfans wird dieses charmante Abenteuer sicherlich das eine oder andere Lächeln entlocken.

Montag, 07.03.2011:

ARTE, 20.15 Uhr: Psycho
Alfred Hitchcocks Original aus dem Jahre 1960 können auch die vielen bemühten Remakes nicht das Wasser reichen. Wenn Norman Bates wehrlose Frauen in Motelzimmerduschen ersticht und mit seiner „Mutter“ spricht, ist das zwar nach heutigen Standards nicht mehr wirklich erschreckend, zehrt aber dennoch an den Nerven. Wer außerdem der Frage nachgehen möchte, warum Horrorfilme eigentlich so beliebt sind, sollte sich die fünfzigminütige Dokumentation im Anschluss nicht entgehen lassen, bei der auch bekannte Regisseure der Neuzeit - wie etwa Eli Roth und Alexandre Aja - zu Wort kommen.

Dienstag, 08.03.2011:

TELE 5, 20.15 Uhr: Dolores (mit Kathy Bates)
Die Haushälterin Dolores steht im Verdacht, ihre wohlhabende Dienstherrin umgebracht zu haben. Kathy Bates spielt die Protagonistin absolut überzeugend. Dennoch ist der Film der ungleich spannenderen Buchvorlage Stephen Kings deutlich unterlegen. Zum Tagestipp reicht es nur wegen der schwachen Konkurrenz, was leider auch für die Empfehlungen der kommenden Tage gilt.

Mittwoch, 09.03.2011:

RBB, 22.45 Uhr: Der Feind in dir (mit Sarah Jessica Parker)
Simon Brick, ein afroamerikanischer Student, muss sich mit rassistischen Drohungen auseinandersetzen. Sarah Daniels (Sarah Jessica Parker) möchte ihn unterstützen. Bei dieser Umsetzung eines Theaterstückes wird der Rassismus in Amerika etwas realitätsfremd dargestellt. Außerdem wird jedes falsche Wort überdramatisiert - eben so, wie es im Theater oftmals üblich ist. Dennoch ist die filmische Umsetzung stellenweise gelungen - auch dank des sehr guten Nebendarstellers Mykelti Williamson, der in seiner Rolle als Journalist zu überzeugen weiß.

Donnerstag, 10.03.2011:

VOX, 22.35 Uhr: Rocky IV - Der Kampf des Jahrhunderts (mit Sylvester Stallone und Dolph Lundgren)
(Der Text enthält Spoiler) Rocky Balboa (Sylvester Stallone) will Rache am knallharten Russen Ivan Drago (Dolph Lundgren) nehmen, der seinen ersten großen Gegner und späteren Freund Apollo Creed im Ring tötet. Der vierte von inzwischen sechs Streifen gehört zu den eher weniger guten Teilen, vermag aber aufgrund der Rachethematik größtenteils zu überzeugen. Vielleicht auch, weil die Boxschläge hier nach Absprache der beiden Protagonisten nicht nur vorgetäuscht, sondern wirklich durchgezogen wurden.

Freitag, 11.03.2011:

RTL II, 22.20 Uhr: Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis (mit Mel Gibson und Danny Glover)
Guter Cop und böser Cop mischen Verbrecher auf. Mehr muss man nicht sagen. Denn wenn selbst dieser mitunter hanebüchene Actioner als Tagestipp zählen darf, können wir froh sein, eine außerordentlich schwache Fernsehwoche hinter uns zu haben.

Top-Sender der Woche: RBB (2 Empfehlungen)

Ich hoffe, ihr bleibt der Seite trotz der aktuell wenig bahnbrechenden Empfehlungen gewogen. Vielleicht können wir ja schon in der nächsten Woche wieder eine Steigerung erkennen; kommenden Freitag wisst ihr mehr! Kommentare sind wie immer willkommen. Gerne könnt ihr auch eure Empfehlungen für die unübersichtliche TV-Landschaft beisteuern.

Kommentare:

  1. Danke für die Tipps - und interessante Bildwahl bei Lost Highway. ;)

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  2. Über "Rocky IV" kann man sagen, was man will, aber er ist bis auf den Beginn (man denke nur an den seltsamen Haushaltsroboter für Paulie) ist er nicht langweilig.

    "Psycho" habe ich erst neulich zum ersten Mal gesehen, schade ist nur, dass ich die Duschszene schon aus einer Doku über Hitchcok kannte und mir zudem bekannt war, wer die Mutter von Norman Bates ist (so ist es doch am wenigsten gespoilert, oder?). Das nimmt dem Film etliches an Spannung. Diesen Film sollte man ohne jegliche Information gesehen haben, dann verfehlt er seine Wirkung auch heute nicht.

    Als Filmtipps für heute fielen mir noch ein:
    "Charade" auf ARTE (20.15 Uhr)
    "Shooter" auf Pro Sieben (23.10 Uhr)
    "Die schrillen Vier auf Achse" auf Super RTL (20.15 Uhr)

    Übrigens wird im ersten Teil der "Vacation"-Reihe die "Psycho"-Duschszene parodiert, wie im Trailer angedeutet: http://www.youtube.com/watch?v=Kn6uqwSjDjY&playnext=1&list=PL0A326518EAC5D8D0

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  3. @ Zeis: Gerne doch! :-)

    @ Payne: Rocky IV ist unterhaltsam, keine Frage. Allerdings nutzt sich die immer gleiche Formel eben doch irgendwann ab. So bleibt meiner Meinung nach ein gerade noch guter Boxfilm, der aber zu den schwächsten der Reihe gehört.

    Ich denke, dass so ziemlich jeder Filminteressierte ab zwölf Jahren die Duschszene sowie die zugehörige Soundunterlegung aus Psycho kennt. Sei es durch eine Dokumentation, eines der Remakes, Parodien oder Internetclips. Ich bin aber froh, dass ich trotz allem noch nichts von Muttern wusste, weshalb mir die Spannung in dieser Hinsicht erhalten blieb.

    Shooter wollte ich eigentlich sehen, leider dachte ich aber erst nach dem Filmbeginn dran - und ich mag es nicht, wenn ich einige Minuten verpasse. Lohnt der sich denn überhaupt für mich als Ablehner der durchschnittlichen Actionfilmkost?

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  4. Ich glaube, dass "Psycho" früher eine bessere Wirkung auf mich gehabt hätte. Aber so ist das bei jedem Film, wenn man die schockierende Wendung schon kennt. Dennoch ein Spitzenfilm, der mich dann aber leider nicht so gruseln konnte

    Bei "Rocky IV" sind die Kampfszenen sehr überzeugend und natürlich die Trainingssequenzen ( http://www.youtube.com/watch?v=IwvoTDoO9Hg&feature=related ). Darüber hinaus funktionierte damals noch das Prinzip des bösen Russen. Hinzu kommt ein großartiger Soundtrack mit den Songs "Burning Heart", "Hearts On Fire" und "No Easy Way Out" (Letzteres ist immer auf meinem MP3-Player).

    Dass es keine große Filmkunst ist, ist mir auch klar. "Rocky IV" ist daher wohl ein typischer Fall von "Guilty Pleasure".

    "Shooter" hat viele Actionszenen, aber als reinen Actioner würde ich den Film nicht bezeichnen. Er ist hervorragend gefilmt, Mark Wahlberg ist großartig aufgelegt und ich fand ihn spannend (nicht im Sinne von "Psycho", eher im Sinn von "wie geht es weiter?"). Wenn man Verschwörungs- und Selbstjustizfilme generell ablehnt, sollte man ihn allerdings meiden. Ob er was für Dich ist, musst Du selbst entscheiden.

    Übrigens musste ich neulich im Kiosk an Dich denken: http://www.pressekatalog.de/cover/imageurls/2072425.jpg (Diese Zeitschrift war mir vorher nicht bekannt)

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  5. Ich denke, das ist bei jedem Thriller und Horrorfilm so. Wenn ich bei "The Sixth Sense" bereits das Ende gekannt hätte, hätte ich ihn sicher als deutlich weniger genial wahrgenommen.

    Ich fand die Trainingssequenzen maßlos übetrieben. Auf der einen Seite der Superrusse mit High-End-Workout, andererseits Rocky komplett back to nature... Guilty pleasure finde ich aber dennoch zu hart. Denn in seinem Genre zählt der ja zu den guten Vertretern.

    Verschwörungsfilme konnten mich selten begeistern, wohingegen Selbstjustiz in einem Film fast immer prima funktioniert (da fällt ir ein: Ich muss bald mal wieder Cronenbergs "A History of Violence" sehen...). "Shooter" bekommt sicherlich mal eine Chance, danke für deine Meinung dazu.

    Das ARTE-Magazin kenne ich, finde es allerdings nicht sonderlich lesenswert. Aber schön, dass ich dich auch in der internetlosen Zeit verfolge! ;-)

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