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21. August 2010

DVD-Kritik: Away we go - Auf nach Irgendwo

Genre: Komödie / Drama Originaltitel: Away we go Produktion: GB, USA 2009 Regisseur: Sam Mendes Darsteller: John Krasinski, Maya Rudolph, Catherine O'Hara, Jeff Daniels, Allison Janney, Samantha Pryor, Maggie Gyllenhaal, Josh Hamilton FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Universal / Tobis

Burt (John Krasinski) und Verona (Maya Rudolph) stehen vor der großen Aufgabe, ihr erstes Kind zu bekommen. Burts Vater (Jeff Daniels) überrascht die beiden mit der Botschaft, dass er und seine Frau (Catherine O’Hara) für zwei Jahre nach Antwerpen ziehen. Da Veronas Erzeuger bereits das Zeitliche segneten, stehen die Eltern in spe plötzlich alleine da. Daher beschließen sie, selbst auf Reisen zu gehen, um eine neue Zuflucht zu finden. So zieht es das junge Paar nach Phoenix, Tucson, Madison, Montreal und zwei weitere Orte, die hier noch nicht verraten werden sollen. Dort treffen sie auf durchgeknallte Geschwister, ehemalige Studienkollegen und allerlei weitere skurrile Gestalten, von denen keiner ein im weitesten Sinne „normales“ Familienleben führt. Für Verona und Burt heißt es nun, die unzähligen Ratschläge zu sondieren und sich vor allem für einen Ort zu entscheiden, an dem sie ihr Kind großziehen wollen. Für das Paar, das eher verklemmt als freizügig, eher konservativ denn liberal anzusiedeln ist, keine leichte Aufgabe.

Verrückte Figuren gepaart mit unzähligen aberwitzigen Szenen stehen einigen ernsten Aspekten gegenüber. Daher ist auch das Genre schwer zu bestimmen: Road Movie, verspätetes Coming-of-Age-Drama, Komödie… Alles würde passen, aber in keine dieser Rubriken könnte man den gesamten Film einordnen. Doch die Mischung weiß über weite Strecken zu gefallen, vor allem der Humor ist so sympathisch, so sensationell, so mitreißend, dass man sich noch Tage später mit einem Schmunzeln an die eine oder andere Szene erinnert – eben weil es keine Haudrauf-Schenkelklopfer sind, sondern Situationskomik aus dem „echten Leben“. Zu verdanken ist dies der Mischung aus den hierzulande noch recht unbekannten Hauptdarstellern sowie einigen bekannteren Mimen wie Jeff Daniel, Catherine O’Hara und Maggie Gyllenhaal (als herrlich durchgeknalle Sekten-Mama), die dem Fundament des Films mit ihren Variationen der jeweiligen Nebenrollen weitere Stärke verleihen.

Der stets passende Soundtrack unterstützt die fantastische Stimmung durch die gefühlvollen Kompositionen Alexi Murdochs, einem mir bisher unbekannten Singer/Songwriter. Einen kleinen Vorgeschmack gibt's im Trailer ab 1:30. „Away we go“ ist sicherlich kein gänzlich neuer Film, teilweise erinnert er stark an Zach Braffs Regiedebüt „Garden State“ – wahrlich alles andere als eine schlechte Assoziation. Und dass der Weg bereits das Ziel sein kann, zeigten zuvor Streifen wie „About Schmidt“ oder auch „Broken Flowers“ von Jim Jarmush. Eine Riege wahrer Hochkaräter, denen sich Sam Mendes’ neuester Streich aber knapp unterordnen muss. Dies liegt an der etwas zu konservativ-frigiden Grundhaltung der beiden Protagonisten, die sich auch im Laufe ihrer Reise trotz zahlreicher Denkanstöße nicht entscheidend ändert. Das ist zwar grundsätzlich glaubwürdig, liefert meiner Meinung nach aber eine zweifelhafte Message. Die DVD überzeugt mit guter Technik und gelungenen Extras, die allerdings gerne etwas ausführlicher hätten ausfallen dürfen.

Bild: gut
Ton: gut
Synchronisation: gut
Musik: sehr gut
Schauspielerische Leistung: sehr gut
Drehbuch/Regie: sehr gut
Kamera: gut
Extras: gut

Filmwertung: GUT – Note 1,7


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