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29. Juli 2011

TV-Tipps: Hannibal und das kapitalistische Rotkäppchen

Die Fernsehwoche bietet ein abwechslungsreiches Programm aus Animation, Action, Drama, Dokumentation und Sport, wobei alle Tagestipps sogar werbefrei im Programm der Öffentlich-Rechtlichen zu genießen sind.

Samstag, 30.07.2011:

BR, 10.15 Uhr: Die Rotkäppchen-Verschwörung
Nicht ganz so witzig wie ich ursprünglich erwartet habe, aber dennoch ein nettes Animationsabenteuer. Auch der Vorgänger des vergangene Woche angelaufenen „Das Rotkäppchen-Ultimatum“ ist leise an die Bourne-Trilogie angelehnt und sorgt dank guter Synchronsprecher für eine kurzweilige Mischung aus Action und Humor.

Sonntag, 31.07.2011:

ZDF, 0.20 Uhr*: Hannibal
Der ebenso kranke wie geniale Serienmörder und Kannibale Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) wird von einer FBI-Agentin (Julianne Moore) gejagt. Der zweite Teil der Hannibal-Trilogie spielt zehn Jahre nach „Das Schweigen der Lämmer“ und ist für mich der mit Abstand beste Film der Reihe. Anthony Hopkins spielt derart überzeugend, dass es eine wahre Freude ist. Doch der Psychothriller ist nichts für schwache Nerven, bietet er doch neben schöner Musik und toller Aufnahmen auch viele blutige Szenen. Doch in diesem Fall ist das nur ein weiteres Qualitätsmerkmal und damit Grund genug, mein Highlight der Woche zu sein!

Mittwoch, 03.08.2011:

ARTE, 22.50 Uhr: Princesas - Prinzessinnen der Straße
Das spanische Drama behandelt die schwierige Situation der in Madrid beheimateten Prostituierten Caye, die sich vor allem über ihre lateinamerikanischen Konkurrentinnen ärgert - bis sie sich selbst mit einer Illegalen anfreundet. Das Drama zeichnet ein realistisches Porträt der beiden unterschiedlichen Frauen und unterstreicht das Ganze mit einer Prise Lokalkolorit und passender Musik.

Donnerstag, 04.08.2011:

ZDF, 23.00 Uhr: Kapitalismus - eine Liebesgeschichte
Michael Moore ist die Legende des manipulativen Dokumentationsfilmes. Es dreht sich alles so zurecht, dass seine Meinung als die einzig richtige dasteht und kümmert sich nicht ansatzweise um Objektivität. Trotzdem ist auch „Kapitalismus - eine Liebesgeschichte“ vom Anfang bis zum Ende kurzweilig. Sollte man sehen, aber nicht unbedingt für bare Münze nehmen.

Freitag, 05.08.2011:

ARD, 20.15 Uhr: Bundesliga - 1. Spieltag
Traditionell läuft das Eröffnungsspiel der Fußball-Bundesliga im Ersten. Dabei hat Borussia Dortmund, der Meister der Vorsaison, die Möglichkeit, durch den 31. Sieg die Bilanz gegen den Hamburger SV ausgeglichen zu gestalten. Doch sollte man den neu aufgestellten Sportverein aus der Hansestadt nicht unterschätzen, setzt dieser nun doch verstärkt auf junge, hungrige Spieler - wenngleich es etwas irritiert, dass der neue Sportdirektor einen Großteil der Neuzugänge vom FC Chelsea verpflichtete - eben jenem Verein, dessen sportliche Leitung er letzte Saison noch selbst inne hatte…

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Die Entschuldigung der Woche…

… geht an vier weitere empfehlenswerte Filme: Während es montags und dienstags aus meiner Sicht nichts gibt, das unbedingt empfehlenswert ist, bieten zwei andere Tage ein ganzes Füllhorn guter Zelluloid-Unterhaltung: Am Mittwoch darf man sich um 20.15 Uhr etwa zwischen dem Action-Epos „Last Samurai“ (SAT.1) mit Tom Cruise und dem Drama „Eiskalte Engel“ (KABEL 1) mit Ryan Phillippe, Sarah Michelle Gellar und Reese Witherspoon entscheiden, während am Freitag „Master and Commander“ (20.15 Uhr, RTL II) mit Russell Crowe und Paul Bettany sowie „Flight Plan - Ohne jede Spur" (21.45 Uhr, PRO 7) mit Jodie Foster und Peter Sarsgaard um die Gunst des Zuschauers streiten - neben den jeweiligen Tagestipps, versteht sich.

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Hinweis zu *: Nachtfilme zählen zu dem Tag, an dem sie beginnen. Der Filmtipp vom Sonntag läuft also in der Nacht von Samstag auf Sonntag.

Top-Sender der Woche: ZDF (zwei Empfehlungen)

Der Kommentarbereich steht euch offen: Habe ich etwas zu Unrecht unterschlagen, seid ihr mit einem Tipp nicht einverstanden oder wollt ihr aus einem anderen Grund zu Wort kommen? Egal, immer raus mit der Sprache!

28. Juli 2011

Trailer-Show: Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen

Die erste Langzeitdokumentation über einen deutschen Fußballspieler zeigt die wichtigsten Stationen im Leben des Thomas Broich, welcher in der Bundesliga als ähnlich großes Talent wie Lahm, Podolski oder Schweinsteiger galt. Doch in Gladbach, Köln und Nürnberg sollte er sich nie richtig durchsetzen. Er war als Typ alles andere als ein Musterprofi, zeigte Schwächen, war offen und ehrlich. Dies machte ihn angreifbar und trieb ihn letztlich zu einer Flucht ins ferne Australien. Was erst ein mehrwöchiger Trip war, wurde bald zur ständigen Realität. Heute spielt Broich bei Brisbane Roar, ist gefeierter Star der Liga, kann aber dennoch er selbst sein: Ein begnadeter Fußballer, der sich nicht scheuen muss, am Leben teilzunehmen.

Leider gibt es so viele gute Trailer vom Film, dass ich mich nicht für einen entscheiden will und kann. Ich verlinke alle, erkläre aber in einem einleitenden Satz jeweils, was zu sehen sein wird, um euch die Auswahl zu erleichtern. Doch wer sich auch nur ein klein wenig für Fußball interessiert, schaut sowieso alle Trailer nacheinander - es lohnt sich!

Christoph Daums und Thomas Broichs kontroverse Ansichten über ihr "Verhältnis":


Broich reflektiert die Folgen seines Willens, anders zu sein:


Broich über die Angst im Fußball und sein ehemaliger Trainer Michael Oenning gibt seine Einschätzung zum Besten:


Wie gut es Thomas Broich in Australien geht, sieht man auch an diesem unglaublichen Tor, welches verdientermaßen zum schönsten in der Clubgeschichte seines neuen Vereins Brisbane Roar gewählt wurde:


Einer der besten Trailer ist sicherlich diese Zusammenstellung einiger Interview-Fetzen mit Broich und die Einschätzung des Experten-Trios Horst Köppel, Berti Vogts und Udo Lattek:


Ausschnitt aus dem Aktuellen Sportstudio mit Johannes B. Kerner, außerdem: Das Ende in Deutschland und der Neuanfang in Australien:


Die Rezension zu "Tom meets Zizou - Kein Sommermärchen"
ist inzwischen auch online: Zur Kritik.

27. Juli 2011

Double-Feature: Faculty - Trau keinem Lehrer! / Redline

Faculty - Trau keinem Lehrer!
Genre: Sci-Fi-Thriller Originaltitel: The Faculty Produktion: USA 1998 Regisseur: Robert Rodriguez Darsteller: Elijah Wood, Jordana Brewster, Clea DuVall, Laura Harris, Josh Hartnett, Salma Hayek, Famke Janssen, Piper Laurie, Christopher McDonald, Robert Patrick FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Kinowelt

Dass viele Lehrer ein seltsames Verhalten an den Tag legen, ist nicht weiter ungewöhnlich. Dies ist erst dann der Fall, wenn die Pauker nach und nach zu Aliens mutieren. An einer amerikanischen Highschool passiert genau das und es liegt an einer kleinen Gruppe Schüler, dem zu Beginn unbekannten Anführer der Parasiten den Garaus zu machen.

Liest man die Namen Josh Hartnett, Salma Hayek und Elijah Wood, klingt das nach einem großen Staraufgebot. Doch die Genannten feierten erst nach „Faculty“ ihren großen Durchbruch in Hollywood. Robert Rodriguez‘ Geschick, talentierte Jungschauspieler zu entdecken, ist also nicht von der Hand zu weisen. Leider ist das Drehbuch und seine Regie weit weniger lobenswert, bewegen sich beide doch auf den typischen Pfaden des überraschungsarmen Teenie-Gruslers. Die üblichen Schockeffekte, Sprüche und Erzählstränge können aber eines dennoch nicht verhindern, nämlich den Spaß, den man beim Sehen hat. Leider wird diese Kurzweil von Bildrucklern, welche vor allem in der ersten Filmhälfte auftreten, gestört, wenngleich sie nicht so stark sind wie beim Beileger des aktuellen DVD Magazins. Alles in allem ist „Faculty - Trau keinem Lehrer!“ ein ebenso netter wie harmloser Vertreter seines Genres: sehenswert, aber kein Muss.

Bild: ausreichend Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: gut Drehbuch/Regie: befriedigend Kamera: gut

Filmwertung für „Faculty“: BEFRIEDIGEND – Note 2,6



Redline
Genre: Action Originaltitel: Redline Produktion: USA 2007 Regisseur: Andy Cheng Darsteller: Nathan Phillips, Nadia Bjorlin, Angus Macfadyen, Eddie Griffin, Tim Matheson, Jesse Johnson FSK: ab 12 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): Capelight / Universum

Die Story ist in diesem Actioner recht nebensächlich. Vielmehr geht es um illegale Rennen mit schnellen und teuren Autos, coole Sprüche, riskante Wetteinsätze und aufgepumpte Silikonbrüste. Doch besorgte Eltern müssen keine Angst haben: „Redline“ ist absolut harmlos und die FSK-Einstufung ab 12 Jahren ist fast schon zu hoch gegriffen. Die Darsteller agieren durch die Bank überdreht, teilweise fast schon nervig, was eine Identifikation mit ihnen unmöglich macht. Dass es in dieser Teildisziplin dennoch zu einer „befriedigenden“ Wertung reicht, liegt vor allem am überzeugenden Angus Macfadyen, bekannt aus „Equilibrium“.

Technisch überzeugt Redline auf ganzer Linie: Die Autorennen erinnern an ein Videospiel, so farbenfroh und effektgeladen ist das Bild. Aus den Lautsprechern kracht und donnert es, dass man zu später Stunde Lautstärke und Bassregler im Auge haben sollte. Die Synchronsprecher sind gut gewählt, können aber gegen die teilweisen lächerlichen Sprüche des Drehbuchs nichts ausrichten. Alles in allem ist „Redline“ ein sinnfreies und technisch beeindruckendes Action-Feuerwerk - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Bild: gut Ton: gut Synchronisation: gut Musik: befriedigend Schauspielerische Leistung: befriedigend Drehbuch/Regie: ausreichend Kamera: gut

Filmwertung für „Redline“: BEFRIEDIGEND – Note 3,3



Anmerkung: Getestet wurden die Filme als Beileger des SFT-Magazins 08/11, das seit heute und noch bis Ende August am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier oder hier.

22. Juli 2011

TV-Tipps: Manitu befriedigt Fußballer auf der Brücke

Aus Zeitgründen gibt es diese Woche nur eine Miniversion der Fernsehempfehlungen, in welchen ich einige der aus meiner Sicht sehenswertesten Programme kurz vorstelle:

Samstag, 23.07.2011:

ZDF, 20.15 Uhr: DFL Supercup
Auf Schalke treffen Pokalsieger Schalke 04 und Borussia Dortmund, der Deutsche Meister, aufeinander. Das Ziel: Den ersten ernst zu nehmenden Titel der Saison gewinnen und natürlich den Reviernachbarn möglichst deutlich besiegen!

PRO 7, 20.15 Uhr: Der Schuh des Manitu
Wer nicht auf Fußball steht, widmet sich der sehr witzigen, aber wahrscheinlich auch längst bekannten Persiflage der Winnetou-Western nach Karl May - von und mit Bully Herbig.

Dienstag, 26.07.2011:

SWR, 22.30 Uhr: Die Brücken am Fluss
Emotional-melodramatischer Klassiker mit Clint Eastwood und Meryl Streep.

Mittwoch, 27.07.2011:

3sat, 22.25 Uhr: Irina Palm
Eine über fünfzigjährige Witwe muss dringend Geld verdienen und findet einen Job in einem Erotikclub. Zunächst widerwillig, dann aber sehr erfolgreich befriedigt sie Männer, welche ihr bestes Stück durch ein Wandloch in ihre Hände (engl. „palm“ = Handfläche) geben. Hinter dieser Geschichte verbirgt sich ein wunderbar sanfter, berührender und teilweise auch angenehm humorvoller Film, also kurz: Mein Highlight der Woche.

Donnerstag, 21.07.2011:

ARD, 22.45 Uhr: Elegy oder die Kunst zu lieben
Literaturprofessor (Ben Kingsley) beginnt eine Affäre mit einer deutlich jüngeren Studentin (Penélope Cruz). Das kunstvolle Drama wird zwar von den wenigsten Kritikern wirklich empfohlen, jedoch steht es schon einige Zeit auf meiner (viel zu langen) Liste der Filme, welche ich in Zukunft unbedingt mal sehen möchte.

An vielen Tagen entdeckte ich leider überhaupt nichts, das ich empfehlenswert fand. Wer mag, darf aber gerne im Kommentarbereich auf die von mir eventuell nicht genannten Filme und Sendungen der nächsten Woche hinweisen.

21. Juli 2011

DVD-Kritik: Kids - In den Straßen New Yorks

Genre: Drama / Biopic Originaltitel: A Guide to Recognizing your Saints Produktion: USA 2006 Regisseur: Dito Montiel Darsteller: Robert Downey Jr., Shia LaBeouf, Chazz Palminteri, Dianne Wiest, Channing Tatum, Rosario Dawson FSK: ab 16 Anbieter (und Copyrightinhaber des eingebetteten Film-Covers): MIG / Euro-Video

Dito (Shia LaBeouf) wächst Mitte der 80er-Jahre in einem ärmlichen Viertel New Yorks auf, umringt von Perspektivlosigkeit, Frustration und Langeweile. Er pflegt falschen Umgang und hat ein gespaltenes Verhältnis zu seinen Eltern (Chazz Palminteri, Dianne Wiest), weshalb er irgendwann den Absprung wagt, nach Kalifornien zieht und den Kontakt zu seinem alten Umfeld abbricht. Knapp 20 Jahre später erhält der längst erwachsene Dito (Robert Downey Jr.) jedoch eine Anruf, dass sein Vater schwer erkrankt sei. Er reist zurück, trifft alte Bekannte wieder und stellt sich seiner Vergangenheit…

Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten aus dem Leben des Regisseurs und Drehbuchautors Dito Montiel beruht, ist ein entscheidender Pluspunkt. Denn viele frei „erfundene“ Genrevertreter überfrachten ihre Erzählungen mit unrealistischen Action-Elementen. Hier stehen neben den Charakteren vor allem Erziehung, Respekt, Freundschaft und Liebe im Vordergrund. Die beiden Zeitebenen veranlassten den Regisseur dazu, die meisten Rollen mit unterschiedlichen Schauspielern zu besetzen, was leider oftmals unglaubwürdig ist. Wer würde schon glauben, dass aus dem seltsam unförmigen Gesicht Shia LaBeoufs die markanten Züge des Robert Downey Jr. entspringen könnten!? Schauspielerisch hingegen ist das Drama hochklassig besetzt. Bis auf wenige Ausnahmen (Shia LaBeouf, Channing Tatum fallen etwas ab) überzeugen die Darsteller, allen voran natürlich Robert Downey Jr. sowie dessen Filmeltern.

Technisch ist der Magazinbeileger leider misslungen: Häufige Artefakte stören das Bild ebenso wie ständiges Ruckeln, das mitunter zu einer kurzen Asynchronität von Bild und Ton führt. Nach Möglichkeit sollte man also auf die Original-DVD zurückgreifen. Auch der Verzicht auf die Stammsprecher einiger Schauspieler kostet Punkte. Alles in allem ist „A Guide to Recognizing your Saints“, dessen deutscher Titel zwar weniger interessant, aber immerhin auch nicht unpassend ist, ein vor allem in der zweiten Filmhälfte gelungenes Coming-of-Age-Biopic, das vom wahren Hintergrund und dem intensiven Spiel seiner Darsteller lebt.

Bild: mangelhaft
Ton: gut
Synchronisation: befriedigend
Musik: gut
Schauspielerische Leistung: gut
Drehbuch/Regie: gut
Kamera: gut
Extras: - (siehe "Anmerkung" weiter unten)

Filmwertung: GUT – Note 2,4



Anmerkung: Getestet wurde der Film als Beileger des DVD Magazins 07-08/11, das noch bis Mitte August am Kiosk zu haben ist. Außerdem sind auf dem Silberling drei Serienfolgen und einige Trailer enthalten. Wer mehr über die Zeitschrift erfahren möchte, klickt hier.